Projekte

Das Sasel-Haus veranstaltet in Kooperation mit verschiedenen Partner:innen musikalische Eigenproduktionen.

"Der Kaiser von Atlantis oder Die Tod-Verweigerung" (2022)

Viktor Ullmann schrieb diese Kammeroper im KZ Theresienstadt. Sie ist eine beißende Satire auf das NS-Regime, so versteckt geschrieben, dass Ullmann es mit seinen Mitgefangenen im Rahmen des „Freizeitprogramms“ der Lagerinsassen entwickeln und proben konnte. Erst während der Generalprobe fiel es der SS auf, dass in diesem Stück eine Botschaft unter der vordergründigen Rahmenhandlung versteckt war. Das Stück wurde abgesetzt und Ullmann und der Librettist Peter Kien wurden nach Auschwitz deportiert. Erst 1975 wurde eine rekonstruierte Fassung uraufgeführt.

Das Sasel-Haus will mit dieser Produktion an die begonnene Reihe von Eigenproduktionen anknüpfen. Im Rahmen einer großangelegten Kooperation soll diese Kammeroper im Sasel-Haus in Hamburg auf die Bühne kommen. Premiere ist für den 13. November 2022 geplant.

Zivilcourage entwickeln

Wichtige Themen sind Geschichtsvermittlung und Erinnerungskultur. Wir möchten geren Schüler:innen und Besucher:innen ermutigen Zivilcourage und persönliche Haltung zu haben. Dieses zentrale Element des Werkes, eine Satire auf die Unterdrücker in deren Angesicht zu schreiben, setzt dafür ein starkes Zeichen. Wir werden eine eigene Inszenierung erarbeiten. Dabei werden die Schüler:innen diese Fassung mit entwickeln und Teil der Aufführung werden, die Produktion begleiten und Kulturmanagement-Kompetenzen entwickeln. Wir möchten Menschen aus dem Quartier einbeziehen und einladen, Teil der Inszenierung zu werden.

Alle Beteiligten sollen im Rahmen einer zweiten Phase zwei weitere Aufführungen in der Schweiz gestalten.

UnterstütZen Sie Erinnerungskultur

Wir möchten Sie ermutigen, dieses Projekt zur Erinnerungskultur und zur Ausbildung einer weltoffenen persönlichen Haltung zu unterstützen. Projektmittel werden für die Produktionsphase und die Aufführungen in Deutschland benötigt.

Die meisten Kosten benötigten wir für die Gagen der Musiker:innen, für die Unterbringung der Schweizer Künstler:innen während der Produktionsphase in Deutschland, für das Catering,  sowie die Instrumentenanmietungen- und Stimmungen. Für die Schweizer Produktionsphase werden Transportkosten entstehen.

herzenswünsche oder "Die Geschichte vom Soldaten" (2019)

Aufführung im Sasel-Haus war am 20. Oktober 2019 um 18 Uhr.
Aus dem Programmheft:

Zeitenwende
Eine Zeitenwende kündigt sich für die traditionelle Form des Konzertes an. Es wird immer schwerer, in der üblichen Form Menschen für klassische Kammermusik zu begeistern. Neben der Tatsache, dass über entscheidende Jahrzehnte hinweg bis in die 80’er Jahre kaum Musikvermittlung betrieben wurde, stellt sich vielen Menschen die Frage, was diese Musik überhaupt mit ihnen zu tun hat. Auf diese Frage möchten wir gerne mit neuen Konzertformen antworten.

Neue Konzertformen – Leicht und interdisziplinär
Schon lange denken wir im Sasel-Haus über verschiedene Präsentationsformen klassischer Kammermusik nach. Unser Ziel ist es, diese in Zukunft für möglichst viele Menschen zugänglich und interessant zu gestalten. Eine solch neue Konzertform möchten wir Ihnen mit dem Projekt „Herzenswünsche“ vorstellen. Verschiedene Gewerke greifen hier interdisziplinär ineinander: Film, Schauspiel, Musik, Lichteffekte. Die Filmemacherin Arina Aleksandrova, die bei Wim Wenders studiert hat, drehte gemeinsam mit ihrem Mann Jan Hinz, Ton- und Animationskünstler, für uns exklusiv einen modernen Stummfilm, der die Musik begleitet und erweitert. Einige Teile der Handlung spielen rein auf der Leinwand, so dass Sie interessante Verknüpfungen von Film und Spiel erwarten.

Was ist IHNEN wichtig im Leben?
Das zentrale Thema von Strawinskys Märchenspiel “Die Geschichte vom Soldaten” könnte man auf die Frage herunterbrechen: Was ist Ihnen wichtig im Leben? Was sind Ihre Herzenswünsche? Diese Frage haben wir auch unserem Konzert-Publikum gestellt. Es durfte musikalische Herzenswünsche äußern, die der Komponist Peer Baierlein, der u.a. als Theaterkomponist für das Ruhrtheater, Schauspiel Leipzig, Theater Basel u.v.m. tätig ist, für die Strawinsky-Besetzung adaptiert hat. So bringen wir die Herzenswünsche der Besucher gemeinsam mit dem Dirigenten Prof. Frank Löhr zum Klingen.

Musik verbindet – DAS LIEGT NAHE
Das Sasel-Haus verbindet verschiedene Menschen und Interessen aus der nahegelegenen Region. Wie die Musik; auch sie bewegt, öffnet und verbindet. Neben unseren Besuchern engagiert sich ein Schülerteam aus dem Stadtteil für das Projekt. Mit allen Beteiligten haben wir Interviews geführt, mit denen wir Momentaufnahmen geben möchten, um der inneren Triebfeder der Menschen auf die Spur zu kommen. Aus den Interviews, der Dokumentation des Projektes und sehr persönlichen Portraits der Musiker und beider Schauspieler ist ein ungewöhnliches Programmheft entstanden, das Sie grade in Händen halten!

Achtung: Herzblut!
Wir möchten die Besucher auf eine sehr emotionale Weise ansprechen und dazu bringen, sich mit diesen wichtigen Fragen auseinanderzusetzen – ein Prozess, der bei den Projektbeteiligten schon mit der Arbeit an diesem Projekt begonnen hat.
Ihr Sasel-Haus-Team

Lesen Sie die Herzenswünsche der Projektbeteiligten:

Victoria Trauttmannsdorff
© Jeanne Degraa

Victoria Trauttmansdorff

Wolf-Dietrich Sprenger
© Cordula Treml

Wolf-Dietrich Sprenger

Frank Löhr

Frank Löhr

Algirdas Sochas
© Evelina Kislych

Algirdas Šochas

Stefan Weinzierl_
© Martin Lukas Kim

Stefan Weinzierl

Krista Warnke

Krista Warnke

Jella Großmann
© Lukas Eylandt

Jella Großmann

Mine Mokhils

Mine Mokhlis

Hans-Jörg Winterberg

Hans-Jörg Winterberg

Arina Aleksandrova

Arina Aleksandrova

Markus Pfeiff

Markus Pfeiff

Birgit und Wolfgang Kraft

Birgit und Wolfgang Kraft

José Rosales
© Swako Totsuka

José Rosales

Jan Hinz_
© Henning von Holdt

Jan Hinz

Linda Stoll-

Linda Stoll

Peer Baierlein
© David Rodriguez

Peer Baierlein

Friedemann Boltes_

Friedemann Boltes

Igor Strawinsky_
© Wikipedia gemeinfrei

Igor Strawinsky